04.07.2010 Allalinhorn 4.027m

Es war endlich soweit, die vom AV Götzis geführte Hochtour im Wallis sollte stattfinden. Geplant war die Besteigung des Allalinhorns (4.027m) über den Hohlaubgrat und des Doms (4.545m) über den Festigrat. Eine halbe Woche vorher war die Wettervorhersage für das Wochenende da, und das zweite Ziel war in Folge von wahrscheinlichen Gewittern nicht mehr möglich. Als Alternative sollte am Sonntag ein Klettersteig in der Nähe erstiegen werden. Am Freitagmorgen war es dann soweit, über Sargans ging es nach Zürich, Luzern und schließlich nach Kandersteg im Kandertal. Hier wurden die beiden Autos auf den Zug verladen und nach einer kurzen Fahrt durch den Lötschbergtunnel befanden wir uns bald in Goppenstein. Einige Serpetinen später waren wir bereits im Saastal, wo sich ganz am Talende der Ort Saas Fee (1.798m) befindet.
Nach einer kurzen Ortsbesichtigung machten wir uns auf den Weg zur Talstation der Felskinnbahn, die uns bis zum Felskinn (2.989m) brachte. Von hier gelangten wir über das Egginerjoch zur Britanniahütte (3.030m), leider verdichteten sich bereits auf halbem Weg die Wolken und ein kurzer Regenfall erwischte uns noch. Die Wolken verzogen sich aber immer wieder und sie wechselten sich mit letzten Sonnenstrahlen ab, die Christian und ich für eine kurze Tour zum Klein Allalin (3.070m) nutzten. Unterwegs sahen wir direkt vor der Hütte eine Gruppe Steinböcke, die an einigen aufgestellten Salzlecksteinen genüsslich schleckten.
Am nächsten Morgen wurden wir früh geweckt und ein Blick aus dem Fenster ließ schlimmes befürchten. Es hatte eine Zeit lang geregnet und durch den weichen Nass-Schnee war an einen Aufstieg über den Hohlaubgrat nicht zu denken. Auch die dunklen Wolken ließen nichts gutes erahnen, also entschieden wir uns für ein späteres Frühstück. Zwei Stunden später wagte ich einen erneuten Blick durchs Fenster und ich konnte meinen Augen kaum trauen - das Wetter hatte sich in absolutes Traumwetter verwandelt, kaum eine Wolke war zu sehen und der Himmel war blau wie auf Postkarten. Ich ließ mich natürlich nicht zweimal bitten und nutzte die Gelegenheit für einen Morgenspaziergang um die Hütte. Nach dem Frühstück brachen wir über das Egginerjoch nach Felskinn auf, von wo wir mit der Standseilbahn Metro Alpin nach Mittelallalin (3.456m) hochfuhren. Oben angekommen bot sich ein imposanter Blick auf die Nordwand des Allalinhorns und die zahlreichen Viertausender rechts davon, und viele Bergsteiger befanden sich bereits auf dem Weg zum Gipfel. Wenig später befanden wir uns oberhalb der Skipiste und seilten uns in zwei Vierer-Seilschaften an. Gleich drauf überholten wir auch schon die erste Seilschaft, die nur langsam voran kam und immer wieder stoppte. Stetig weiter aufsteigend ließ auch die zweite Seilschaft nicht lange auf sich warten, und auch bereits absteigende Bergsteiger machten den Aufstieg auf der inzwischen recht schmalen und steilen Spur nicht einfacher. Direkt oberhalb des Gletscherabbruchs wurde auch die erste größere Gletscherspalte sichtbar, welche durch eine Querung des steilen Firnfeldes rechts umgangen wurde. Einige Höhenmeter später befanden wir uns bereits am Feejoch. Der Ausblick war bereits hier schlicht überwältigend und ich konnte in der Ferne unter anderem den Mont Blanc (4.810m) sowie das Matterhorn (4.478m) erkennen, die langsam von einigen Wolken umhüllt wurden. In Serpetinen stiegen wir in östlicher Richtung bis knapp unterhalb des Gipfels auf, die letzten Meter führte eine Spur westwärts bis zum Gipfelkreuz - wo der Platz ziemlich begrenzt war - und so nutzten wir es lediglich für einige Gruppenfotos und stiegen die wenigen Höhenmeter zur "Raststelle" gleich unterhalb des Gipfels wieder ab und genossen den grandiosen Ausblick. Das Wetter hatte sich bislang nicht viel verändert, lediglich einige kleinere Quellwolken zierten inzwischen den ansonsten makellos blauen Himmel, und so machten wir uns nach ausgiebiger Rast wieder auf den Rückweg über den Aufstiegsweg. Beim Abstieg war mit relativ viel Gegenverkehr zu rechnen und so mussten wir oft auf weichen Schnee ausserhalb der Wegspur ausweichen. Inzwischen war der Schnee ziemlich aufgeweicht und der Abstieg gestaltete sich etwas mühsam. Nach einer Pause in Mittelallalin fuhren wir mit der Standseilbahn nach Felskinn zurück. Von hier brachte uns die Seilbahn wieder nach Saas Fee zurück, inzwischen hatten sich die Wolken aber wie am Vortag wieder verdichtet und während der Bahnfahrt fielen bereits einige Regentropfen, unten angekommen erwartete uns aber wieder Sonnenschein.
Von Saas Fee wollten wir am Folgetag in der Nähe von Kandersteg einen Klettersteig ersteigen, und so wählten wir einen schönen etwas abgelegenen Zeltplatz als Übernachtungsmöglichkeit. Die Nacht verlief ruhig und beinahe wolkenlos, bis morgens einige Regentropfen auf nahendes Unwetter aufmerksam machten. Es dauerte nicht lange und es regnete aus allen Wolken, wir ließen uns nicht stören und nahmen unter Zeltplanen das Frühstück zu uns. Eine Alternative zum Klettersteig gab es nicht wirklich, daher entschieden wir uns für die Rückfahrt ins Ländle. Als sich bald darauf in der Nähe vom Vierwaldstättersee das Wetter besserte, hielen Silke und Elmar im Klettersteigführer Ausschau nach einer Alternative in der Nähe, diese war bald gefunden - im Örtchen Engelsberg nur wenige Kilometer von hier. Vor Ort war der Klettersteig aufgrund eines Felssturzes leider auf unbestimmte Zeit gesperrt, also entschieden wir uns für eine kleine Wandertour bis zu einem Restaurant, leider war uns aber auch hier das Wetter nicht lange gut gesonnen und auf dem Rückweg holte uns das Wetter ein, durch die warmen Temperaturen war man aber bald wieder trocken.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Silke und Elmar bedanken, ohne die beiden und die perfekte Organisation wäre diese Tour nicht möglich gewesen, es war einfach super!