29.07.2009 Haldensteiner Calanda 2.805m

Ich wollte schon seit längerem eine Konditionstour starten, dazu bot sich der Calanda mit einer Höhe von 2.805m an, da der Normalweg bei Haldenstein auf einer Höhe von nur 580m startet. Der große Höhenunterschied von über 2.200m jeweils auf- und abwärts machen diese Tour zu etwas besonderem. Um der Mittagshitze zu entgehen, startete ich deshalb schon sehr früh. Um kurz nach 2 Uhr nachts traf ich in Haldenstein ein und suchte mir einen Parkplatz, was sich als gar nicht so einfach erwies - der Parkautomat beim Schloss war außer Betrieb und ich hatte zu wenig Franken dabei, da dieser Parkplatz sehr teuer war (80 Rappen/Stunde). Schlussendlich stellte ich das Auto am Ortseingang ab, wo die Parkgebühr mit 5 Franken für 24 Stunden recht günstig ist. Stirnlampe auf und los ging es.
Nach gut 5 Minuten kam ich am ersten Wegweiser vorbei, der eine Höhe von 580m ausweiste. Gleich dahinter wurde der Weg bald schmaler und steiler, durch die Dunkelheit bemerkte ich die Steilheit aber nicht wirklich. 40 Minuten später befand ich mich bereits in Arella (982m), etwa 2 Stunden später in Funtanolja (1.495m). Durch die kühle Nachtluft war es sehr angenehm zu laufen, im Wald querten auch mehrere Waldbewohner meinen Weg, wobei ich nicht genau sagen kann was das für Tiere waren - wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben!
Um kurz nach 5 Uhr erreichte ich dann schließlich die Calandahütte (2.073m), wo alle noch zu schlafen schienen. Was mich dann auch wunderte: ich hatte deutlich weniger Zeit für den Weg gebraucht. Am Himmel wurde es inzwischen immer heller, und die Sonne dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Nichts desto trotz machte ich bei der Hütte keine Pause, sondern machte mich gleich auf den Weg zum Haldensteiner Calanda, schließlich hatte ich noch einige Höhenmeter vor mir. Um kurz nach 6 ging dann schließlich die Sonne auf, ich querte dabei das Felsband auf etwa 2.200m. Dann wurde es wieder steiler, wo es zuerst nach links entlang der Geländekante ging, dann nach rechts über steiles Geröll hoch bis zu mehreren Steinmännern. Dabei konnte ich auch 2 Gruppen von Steinböcken beobachten, die ein Stück oberhalb von mir den Weg querten. Bei den Steinmännern machte ich aufgrund der atemberaubenden Weitsicht erstmal eine Fotopause. Ich konnte das vor kurzem bestiegene Lenzerhorn sehen, und ein Stück dahinter sogar das Bernina-Gebirge mit den Gletscherriesen Piz Palü, Piz Bernina und Piz Rosegg. Von hier konnte ich auch erstmals das Gipfelkreuz sehen, dass sich noch in einiger Entfernung vor mir befand. Ab hier wurde der Weg auch etwas felsiger, und man muss etwas aufpassen, um die spärlichen Markierungen nicht zu übersehen - ich hatte mich kurz verstiegen, wo ich dann über steileres Gelände (II) wieder absteigen musste, um wieder zum Normalweg zu kommen, aber auch das war kein Problem. Um kurz vor halb 8 Uhr erreichte ich schließlich den Gipfel, und dabei entdeckte ich links den Gigerwaldsee, wo ich mich vor kurzem ebenfalls befand. Ich habe mich dann auch ins Gipfelbuch eingetragen, und wie ich am Anfang des Buches lesen konnte, war bis vor einiger Zeit kein Gipfelbuch mehr vorhanden, bis ein neues von einem Gipfelstürmer gesponsert wurde - sehr lobenswert!
Nach einer ausgiebigen Ess- und Trinkpause machte ich mich wieder an den Abstieg, da ich doch noch einige Höhenmeter zwischen mir und meinem Auto hatte. Inzwischen waren auch mehrere Gipfelstürmer unterwegs, die meisten davon schienen von der Hütte zu kommen. Ich ging also denselben Weg wieder hinunter, wo ich raufgekommen war, kurz vor der Calandahütte füllte ich meine Trinkflasche wieder auf und erst jetzt wurde mir bewusst, wie schön der Weg hierher eigentlich war, den ich nachts mit meiner Stirnlampe mühsam aufgestiegen bin. Der Abstieg zog sich aber noch hin, ich brauchte fast gleich lang wie beim Aufstieg. Um kurz nach 12 Uhr kam ich dann endlich beim Auto an. Insgesamt eine sehr schöne, aber auch sehr anstrengende Tour.