22.07.2009 Lenzerhorn 2.906m

Während meines Sommerurlaubs wollte ich einige Bergtouren unternehmen, was sich aufgrund des eher schlechten Wetters als gar nicht so einfach erwies. Die Planung betraf diesmal den Mittwoch, für den gutes Wetter vorher gesagt wurde. Am Dienstag Abend fiel dann die Entscheidung auf das Lenzerhorn mit einer Höhe von 2.906m. Die Abfahrt sollte schon recht früh sein, um den möglichen Wärmegewittern am Abend aus dem Weg zu gehen. Also war um 4 Uhr Abfahrt. Eine Stunde später befanden wir uns (mein Bruder, mein Vater und ich) bereits in der Lenzerheide und parkten das Auto ein Stück hinter dem Dorf bei einem Kieswerk. Kurz nach 5 Uhr brachen wir schließlich auf der Forststraße Richtung Alpe Sanaspans (2.040m) auf.
Wir wählten die bald auf einem Wegweiser markierte Abkürzung, die sich aber als ziemlich steil herausstellte. Einige Höhenmeter später trafen wir wieder auf die Forststraße und eine weitere Abkürzung. Auch dieses Mal wählten wir die Abkürzung, und nach einigen weiteren steilen Höhenmetern befanden wir uns schließlich bei der Alphütte.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter dem Weg folgend, der sich langsam das Tal hinauf schlängelte. Nach einer scharfen Rechtskurve folgte ein steiler Aufschwung, der uns in Serpentinen auf den Nordwest-Grat brachte, wo wir linksseitig auf den Gipfel zu gequert sind. Wir erreichten die andere Seite des Bergstocks, und plötzlich brach die Wand in atemberaubender Steilheit über dem Tal von Lenzer Heide ab. Nach einem kurzen Stück der Erholung auf relativ ebener Strecke durch wunderschöne Blumenwiesen (auf dieser Höhe!) ging es weiter durch steiles Geröll bergauf. Hier erforderte der Wegverlauf besondere Aufmerksamkeit, denn trotz recht guter Markierungen bin ich einmal vom Weg abgekommen und musste mich einige Meter durch steilen Schutt mit brüchigem Fels zurück zu den Markierungen kämpfen. Für die letzten 100 Höhenmeter mussten noch einige leichte Kletterstellen im ersten Grad bewältigt werden, und um etwa 8.45 Uhr befanden wir uns bereits am Gipfel.
Etwa eine Stunde später begannen wir dann wieder den Abstieg, es waren in der Ferne bereits einige dunkle Wolken aufgetaucht. Um etwa 12 Uhr befanden wir uns wieder bei der Alphütte, die inzwischen ihren Betrieb aufgenommen hatte, und nach einer willkommenen Abkühlung befanden wir uns wieder in den steilen Abkürzungen Richtung Kieswerk, welches wir knapp 1 Stunde später erreichten.