27.09.2009 Piz Boe 3.152m

Anfang des Jahres hatte ich Stefan und mich für eine vom Alpenverein geführte Tour in die Dolomiten angemeldet, wobei verschiedene Klettersteige bestiegen werden sollen. Am Freitag in der Früh ging es dann los. Nach einer kleinen Pause in Pettnau erreichten wir gegen Mittag das Grödnerjoch. Ein paar Hochnebel zogen immer wieder durch, das Wetter war aber recht stabil. Unser erstes Ziel sollte der Pisciadu-Klettersteig (C) werden, der sich durch seinen eher mäßigen Schwierigkeitsgrad optimal als Einstieg eignete. Durch den kurzen Zustieg befanden wir uns auch bald am Drahtseil im Fels, das sich erst nur mäßig steil nach oben schlängelte. Kurze Zeit später hatten wir den kurzen leichteren Teil des Klettersteigs auch schon geschafft und ein schöner Weg führte uns nach Osten zum zweiten und steileren Teil.
Ab hier wurde der Steig merklich anspruchsvoller, war aber an den richtigen Stellen durch Steighilfen und Leitern perfekt entschärft. Zum Schluss musste eine kleine Brücke überquert werden, die schöne Tiefblicke erlaubte - das Highlight dieses Steigs! Wenige Höhenmeter später befanden wir uns bereits bei der Pisciadu-Hütte (2.585m) und genossen unser mitgebrachtes Mittagessen. Als Rückweg wählten wir den durch das "Val setus" führenden Weg 666. Für den nächsten Tag war laut Rudi der Pößnecker-Klettersteig (C/D) geplant, was sich durch die nächtlichen Regenfälle am Sellajoch aber leider als nicht machbar erwies. Wir entschieden uns, bis Mittag das Wetter abzuwarten, und uns das Dorf Wolkenstein näher anzusehen. Unzählige Sportshop-Besichtigungen später standen wir erneut vor der Entscheidung, da sich das Wetter nicht viel gebessert hatte. Rudi entschied, uns den nahe Wolkenstein liegenden Klettersteig Sandro Pertini (C/D) anzuschauen. Vor Ort gab es trotz des etwas feuchten Untergrunds kein Halten mehr und schon bald befanden wir uns in luftiger Höhe. Man merkte von Anfang an den gestiegenen Schwierigkeitsgrad, es gelang aber allen problemlos, den wirklich schönen und super abgesicherten Klettersteig zu durchsteigen. Oben kehrten wir noch in die Stelvia-Hütte ein, bevor wir uns über den Express-Weg auf den Rückweg machten.
Zurück am Sellajoch saßen Rudi und Elmar bald wieder über ihren Klettersteig-Führern. Weil das Wetter auf Sonntag als sehr schön vorhergesagt wurde, wurde bald der Cesare Piazzetta (D) am Piz Boe (3.152m) als Ziel auserkoren. Vorbei am Kriegerdenkmal der Dolomitenkriege begann unser Aufstieg, der recht steil zum Einsteig führte. Hier erwartete uns gleich zum Start die knackige Schlüsselstelle (D) des Klettersteigs, eine senkrechte Wand, die nur wenig Halt für die Füße bot. Alle bewältigten diese Herausforderung ohne Probleme, und es ging steil weiter. Ein (mit Rucksack) sehr enger Kamin wartete auf den Durchstieg, wenige Höhenmeter später führte eine luftige Hängebrücke über eine Schlucht. Eine weitere Steilstufe (D) und einige (zum Schluß teils unversicherte, aber problemlose) Höhenmeter später zweigte der Steig in den Weg 638, welchem wir zum Gipfel (3.152m) folgten. Zum Abstieg wählten wir den Weg zur Seilbahnstation, wo wir nochmals eine (verdiente) Pause einlegten und uns dann die Abfahrt mit der Gondel gönnten.
Mit dabei waren: Rudi, Silke, Karin, Elmar, Berni, Stefan, 2x Hannes, Bruno und ich. Ich möchte mich hier für die perfekte Organisation seitens Rudi und für das sehr schöne Wochenende bedanken!