26.07.2009 Rauher Kopf 3.101m

Für heute war schönes Wetter vorhergesagt, deshalb entschied ich mich, die im Winter mit Schneeschuhen versuchte Tour zum Rauhen Kopf (3.101m) in der Silvretta nochmal zu probieren. Um 5:30 Uhr befanden wir uns bereits am Silvrettasee (2.030m), und kurz darauf waren wir schon ins Bieltal unterwegs, das sich links vom Hohen Rad (2.934m) befindet. Wir folgten dem Bielbach, bis der Weg im hinteren Teil des Tals nach rechts zur Radschulter und links zur Jamtalhütte abzweigt. Wir wählten dabei den Jamtalweg, überquerten über eine kleine Brücke den Bach und hielten uns dann gleich rechts, um dem Bach entlang weglos zum Bieltalferner aufzusteigen, was sich als recht mühsam erwies.
Am Gletscher angekommen legten wir unsere Steigeisen an und stiegen unterhalb der Felsen der Haagspitze (3.029m) in südlicher Richtung über den Rauhkopfgletscher zur Rauhkopfscharte (~3.000m) auf, die sich zwischen dem Rauhen Kopf und dem Tiroler Kopf (3.095m) befindet.
In der Scharte sahen wir eine unter dem Schnee recht schlecht sichtbare Aufstiegsspur, die bald in ein steiles Couloir querte. Am darüber liegenden Grat ließen wir unsere Steigeisen und Rucksäcke zurück und machten uns ohne das schwere Gepäck auf, den Gipfel zu erklettern. Dabei musste ein Felsturm überwunden werden, dessen oberen Teil wir etwa in der Hälfte nach links umgingen. Es folgten einige teils exponierte Kletterstellen (bis II, T5), bis wir schließlich um kurz nach 10 Uhr am Gipfel standen. Das Gipfelkreuz sah bemitleidenswert aus, es bestand nämlich lediglich aus 2 kleinen zusammengenagelten Holzstücken. Nach einer kleinen Reparatur für das Gipfelfoto stand es aber wieder wie eine Eins. Nach einer kurzen Pause - wo wir das Treiben am Ochsentaler Gletscher zum Piz Buin beobachtet haben - sind wir wieder zum Gepäck abgestiegen, wo wir dann eine weitere Pause einlegten, um uns wieder zu stärken. Danach sind wir das Couloir abgestiegen und den Steigspuren wieder retour gefolgt. Als wir den Gletscher hinter uns gelassen hatten, wollten wir nicht denselben Weg durch das Bieltal nehmen, wir wählten den Höhenweg der Wiesbadnerhütte zum See als Abstieg. Wir querten deshalb unterhalb des Rauhkopfgletschers nach links zum Bieltal-Joch (2.772m), wo wir uns über Geröll zum Weg vom Radsattel kommend durchkämpften. An der Abzweigung (unterhalb des Radsattels) bogen wir links ab und stiegen den Höhenweg zum See ab, bis wir uns schließlich wieder beim Auto befanden.
Es war eine sehr schöne Tour und mit einer Gesamtlaufzeit von etwa 9 Stunden überschaubar.